Nach der Rettung des Dorfes Vindomis ist das Gallier-Sommerlager unserer Jungscharen zwar immer noch dem Regen ausgeliefert, erlebt aber immerhin zwei Tage der Entspannung
Martin Schnetzler,
Nach der ersten Nacht im frisch geretteten Dorf Vindomis wurden die Gallier:innen mit melodiösen Tönen aus den Federn geholt. Morgensport machte müde Männer (und Frauen) munter. Frisch gestrichene Butter- und Gonfibrote warteten auf die hungrigen Mäuler. Nachdem danach erste Ämtli erledigt wurden, traf man sich in kleinen Gruppen und vertiefte den Input vom Abend zuvor. Der Montag und der Dienstag verliefen erstaunlich römerlos. Natürlich stand zunächst der Wiederaufbau des Dorfes auf dem Programm. Die Palisade wurde geflickt und die ganze Infrastruktur auf Vordermann gebracht. Am ersten Nachmittag wurden Verteidigungs-Szenarien bei einem allfälligen Römerangriff eingeübt. Der ganze Tag war verregnet und so glich der Lagerplatz schon bald einem sumpfigen Schlachtfeld. Die nassen Kleider von der zweitägigen Anreise konnten kaum getrocknet werden. Später am Abend wurde deswegen das grosse Gruppenzelt mithilfe einer Feuerschale kurzerhand in einen Trocknungsraum verwandelt. Vorher wurde darin aber noch zu Abend gegessen. Die Teilnehmer:innen sind bis jetzt von der Küche sehr begeistert, für einige ist die gute Verpflegung sogar das Highlight des bisherigen Lagers. Jeden Tag folgt dem schmackhaften Znacht jeweils eine Zeit des Lobpreises mit voller Band (aber ohne den untalentierten Barden). Anschliessend hören die nach Alter getrennten Gruppen einen interessanten Input. Wenn dann die meisten nach dem Dessert die Zähne geputzt haben, startet schon bald das tägliche Abendritual. Alle lauschen gebannt den Abenteuern von Lotta zu, die als Tochter eines Zoopflegers viele tierische Erlebnisse macht. Dazu singt man Lieder, meditiert über den vergangenen Tag und betet zusammen. Nur die Nachtwache, jeweils ein paar Kinder mit ein bis zwei Leiter:innen, bleibt wach. Sie bewachen nun das Lager mit regelmässigen Patrouillen. Alle zwei Stunden wird die nächste Gruppe geweckt, bis um 06:00 Uhr der Wachdienst beendet wird. Am Dienstag wurde die Verbundenheit mit der gallischen Kultur gestärkt. Jeder erhielt offiziell einen gallischen Namen und konnte sich daraufhin verschönern lassen: Schnäuze, wie von Asterix oder Obelix, wurden aufgemalt und Henna-Tattoos aufgetragen. Man konnte hübsche Anhänger basteln und später lernten alle überraschend motiviert einen gallischen Tanz. Das Wetter erinnerte eher an den April anstatt an Ende Juli. Sehnlichst erwartete Sonne wechselte sich mit sintflutartigen Regenschauern ab. Das bisschen Sonne reichte trotzdem aus, um nach drei regnerischen Tagen die Gemüter zu heben. Gallische Wettkämpfe am Nachmittag liessen alle die Sorge um römische Angriffe kurzzeitig vergessen. Nach dem klassischen Abendprogramm fragte man sich dann doch wieder, ob sich die Römer nochmals in unsere Nähe getrauen würden. Fortsetzung hier.
Link zum Radio Munot-Beitrag.
Videos (Reels) zu jedem Lagertag auf Instagram: Link
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