Seit Mitte August 2025 gibt es im Klettgau eine Kommunität.
Die "Liechtig" in Gächlingen, ein Gefäss der Jungen Kirche Klettgau, stellt sich vor.
Die "Liechtig" in Gächlingen, ein Gefäss der Jungen Kirche Klettgau, stellt sich vor.
Flavia Ernst,
Eine Kommunität wird gegründet!
Wenn es knallt in der Jungen Kirche Klettgau, dann ist vermutlich wieder einmal etwas Aufregendes in Gange. Die Gründung einer Kommunität ist durchaus aufregend, und so ist es nicht verwunderlich, dass es am Freitag, 22. August 2025 in Gächlingen mächtig «Wumms» machte.
Freunde, Verwandte und Bekannte waren herzlich zum Sommerfest der «Kommunität Liechtig» eingeladen und erschienen auch zahlreich im Garten des alten Pfarrhaus Gächlingens. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die meisten Gäste nicht wirklich wussten, was da überhaupt gefeiert wurde. Auf dem Flyer las man: Gründungsfest der Kommunität Liechtig. Man feiert also die Gründung einer Kommunität?
Aber was ist bitte schön eine Kommunität?
Um dieser Frage nachzukommen, gehen wir in der Zeitrechnung ein halbes Jahr zurück.
Am 9. Dezember 2024 traf sich die WG des «Chloster 1» in Gächlingen im heimeligen Esszimmer des alten Pfarrhauses. Angesagt war eine Sitzung mit dem Ziel, die Zukunft der damaligen Wohngemeinschaft zu besprechen. Es war uns schon länger ein Anliegen, das gemeinsame Wohnen neu zu definieren. Wenn Menschen mehr als ein Dach teilen, dann ist es durchaus berechtigt, sich auch Gedanken zur gemeinsamen Zukunft zu machen.
Den Grundbaustein für den Prozess legte eine Reihe von Fragen, die Mitte Dezember in unseren WhatsApp-Chat gestellt wurde:
«Überlegt euch: Wo wollt ihr in 5 Jahren stehen? Wie kann euch die WG helfen, an diesen Ort zu kommen? Wie müsste die perfekte Gemeinschaft aussehen und was könnte diese in unserem Umfeld verändern?»
Die Vision
Schon in der ersten Sitzung zeigte sich, dass sich unsere persönlichen Vorstellungen in vielen Bereichen schnitten oder sogar deckten. Das gemeinsame Visionieren und Träumen führten schliesslich zur Skizze eines Konzepts. Von Beginn an war klar, dass dies keine kleine Sache werden sollte. Unser Hauptanliegen war, eine Gemeinschaft zu gründen, die Jesus voll und ganz ins Zentrum stellt. Ein Leben mit der Perspektive auf Gottes Reich, für viele Menschen zugänglich und mit der persönlichen Entscheidung für ein Commitment. Wir wollen im Glauben wachsen, das Leben teilen und Gott und dadurch auch einander näher kommen. Doch wie sollte das praktisch umgesetzt werden?
Der Prozess
Es folgten bis im August 2025 mindestens acht weitere Sitzungen, während unzähligen Stunden grübelten, planten, diskutierten und formulierten wir. In dieser Zeit mangelte es uns weder an Ideen noch an Snacks, von Weihnachtskeksen über Ostereier bis hin zu Erdbeertörtchen, snackten wir uns während den Sitzungen durchs ganze saisonale Sortiment unserer Vorräte. Teilweise in kleineren Arbeitsgruppen, oftmals aber im Gespräch mit der ganzen Gemeinschaft, entstand ein Konzept, welches die grundlegenden Bereiche einer Lebensgemeinschaft abdeckt.
Gleich zu Beginn des Arbeitsprozesses wurde eine gemeinsame Vision niedergeschrieben, auf welcher alle weiteren Inhalte basieren würden. Weiter gaben wir uns einen Auftrag, definierten das Leitungskonzept, besprachen das Vorgehen in Krisensituationen, erarbeiteten ein Konzept zur Aufnahme von Mitgliedern in die Gemeinschaft, strukturierten die Finanzen, erstellten ein Commitment, etc... Wir fanden heraus, dass wir der Gastfreundschaft besondere Aufmerksamkeit schenken wollen und machten uns Gedanken darüber, wie wir Gäste auch längerfristig aufnehmen könnten. Auch dass wir gemeinsam den Sonntagmorgen mit einem Gottesdienst feiern möchten und dass wir generell mehr Feste abhalten wollen, wurden ins Konzept aufgenommen. Ein Herzensanliegen von uns ist, als Teil der Jungen Kirche Klettgau dienen zu können. Sowohl innerhalb der Gemeinschaft sowie des Verbands JKK, als auch in unserem Dorf.
Warum Kommunität?
Immer öfter während dieser Gründungszeit stellten wir uns die Frage: «Wir sind eine WG- aber nicht nur. Wie nennt sich diese angestrebte Art des Zusammenlebens eigentlich?» Der Begriff «Kommunität» schwebte bald durch unsere Köpfe, und obwohl wir uns nur durch Internetrecherchen und Gespräche etwas darunter vorstellen konnten, einigten wir uns auf ebendiesen Begriff.
Eine Kommunität ist, laut Wikipedia (August, 2025), im Christentum eine geistliche Gemeinschaft mit zumeist klaren Organisationsstrukturen und einer Leitung. Diese Definition deckt sich mit unseren Vorstellungen und Plänen – und so entstand aus der WG eine Kommunität.
Hier ist dabei zu erwähnen, dass wir bisher noch nie als Kommunität gelebt haben und daher auch nicht wissen, was es bedeutet, sich «Kommunität» zu nennen. Für uns heisst es in diesem Moment, Gott zu vertrauen, zu lernen und selbst zu erleben, was dieser Schritt für unsere Gemeinschaft bedeutet.
Liechtig
Diese Gemeinschaft sollte allerdings auch einen Namen haben – nur was für einen? Wir suchten lange und diskutierten diverse Vorschläge, bis wir einen Namen gefunden hatten, der uns allen als passend erschien: Kommunität Liechtig.
«Liechtig», der schweizerdeutsche Begriff für eine Lichtung im Wald, soll das verkörpern, was wir als Kommunität sind. Ein Ort des Wachstums, der Zusammenkunft und der Ruhe, für jede Person erreichbar und einladend. Auch das Wort «Licht» ist in unserem Namen versteckt. An der ersten Gründungssitzung sprachen wir über das Bild eines Hauses, das von innen nach aussen hin strahlt und andere inspiriert – so, wie eine Lichtung im Wald etwas Leuchtendes und Anziehendes hat.
Die Gründung
Obwohl allen zu Beginn des Prozesses bewusst war, dass die folgende Zeit ziemlich arbeitsintensiv werden sollte, waren wir immer überrascht, welche Themen noch auftauchten und was man alles so besprechen kann. Erstaunlich war, wie selten wir unterschiedlicher Meinung waren. Für uns ist es nicht selbstverständlich, dass sich fünf junge Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen über einer Sache so einig sind und dabei bereit sind, darin zu investieren.
Die aufgewendete Zeit hatte sich aber gelohnt. Das Konzept war so weit ausgearbeitet, dass wir an unserem ersten Kommunitätsweekend im Wallis auf das Ende unserer Arbeit anstossen konnten und das Commitment fürs erste Jahr unterschreiben. Auf der Heimfahrt vom Weekend entstand dann noch das passende Logo zum Konzept und letzte Anpassungen wurden gemacht. Und so kam es, dass nach über 30 Arbeitsstunden, unzähligen Umformulierungen und Probeversionen am Freitag, 22. August 2025 drei frisch gedruckte Exemplare unseres sogenannten «Kodex» auf dem Esstisch lagen – bereit für die neugierigen Augen unserer Festgesellschaft.
Es wird gefeiert
Neben der Vorstellung der Kommunität gab es am Gründungsfest die Möglichkeit, das Haus zu erkunden, das reichhaltige Salatbuffet und Grillgut zu geniessen, mit Freunden und Mitgliedern der Liechtig ins Gespräch zu kommen und durch ein Wimmelbild die Bewohner des Chloster 1 von einer neuen Seite kennenzulernen. Das Fest war ein voller Erfolg, im eigens umgestellten Keller wurde getanzt und gefeiert und fleissige Helfer blieben bis spät, um auch noch die letzten Fähnchen und Teller aufzuräumen.
Wir blicken mit Dankbarkeit auf diese intensive und lehrreiche Zeit zurück, die mit dem Sommerfest ihren Höhepunkt erreicht hat, und freuen uns auf die Zeit die vor uns liegt!
Wenn es knallt in der Jungen Kirche Klettgau, dann ist vermutlich wieder einmal etwas Aufregendes in Gange. Die Gründung einer Kommunität ist durchaus aufregend, und so ist es nicht verwunderlich, dass es am Freitag, 22. August 2025 in Gächlingen mächtig «Wumms» machte.
Freunde, Verwandte und Bekannte waren herzlich zum Sommerfest der «Kommunität Liechtig» eingeladen und erschienen auch zahlreich im Garten des alten Pfarrhaus Gächlingens. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die meisten Gäste nicht wirklich wussten, was da überhaupt gefeiert wurde. Auf dem Flyer las man: Gründungsfest der Kommunität Liechtig. Man feiert also die Gründung einer Kommunität?
Aber was ist bitte schön eine Kommunität?
Um dieser Frage nachzukommen, gehen wir in der Zeitrechnung ein halbes Jahr zurück.
Am 9. Dezember 2024 traf sich die WG des «Chloster 1» in Gächlingen im heimeligen Esszimmer des alten Pfarrhauses. Angesagt war eine Sitzung mit dem Ziel, die Zukunft der damaligen Wohngemeinschaft zu besprechen. Es war uns schon länger ein Anliegen, das gemeinsame Wohnen neu zu definieren. Wenn Menschen mehr als ein Dach teilen, dann ist es durchaus berechtigt, sich auch Gedanken zur gemeinsamen Zukunft zu machen.
Den Grundbaustein für den Prozess legte eine Reihe von Fragen, die Mitte Dezember in unseren WhatsApp-Chat gestellt wurde:
«Überlegt euch: Wo wollt ihr in 5 Jahren stehen? Wie kann euch die WG helfen, an diesen Ort zu kommen? Wie müsste die perfekte Gemeinschaft aussehen und was könnte diese in unserem Umfeld verändern?»
Die Vision
Schon in der ersten Sitzung zeigte sich, dass sich unsere persönlichen Vorstellungen in vielen Bereichen schnitten oder sogar deckten. Das gemeinsame Visionieren und Träumen führten schliesslich zur Skizze eines Konzepts. Von Beginn an war klar, dass dies keine kleine Sache werden sollte. Unser Hauptanliegen war, eine Gemeinschaft zu gründen, die Jesus voll und ganz ins Zentrum stellt. Ein Leben mit der Perspektive auf Gottes Reich, für viele Menschen zugänglich und mit der persönlichen Entscheidung für ein Commitment. Wir wollen im Glauben wachsen, das Leben teilen und Gott und dadurch auch einander näher kommen. Doch wie sollte das praktisch umgesetzt werden?
Der Prozess
Es folgten bis im August 2025 mindestens acht weitere Sitzungen, während unzähligen Stunden grübelten, planten, diskutierten und formulierten wir. In dieser Zeit mangelte es uns weder an Ideen noch an Snacks, von Weihnachtskeksen über Ostereier bis hin zu Erdbeertörtchen, snackten wir uns während den Sitzungen durchs ganze saisonale Sortiment unserer Vorräte. Teilweise in kleineren Arbeitsgruppen, oftmals aber im Gespräch mit der ganzen Gemeinschaft, entstand ein Konzept, welches die grundlegenden Bereiche einer Lebensgemeinschaft abdeckt.
Gleich zu Beginn des Arbeitsprozesses wurde eine gemeinsame Vision niedergeschrieben, auf welcher alle weiteren Inhalte basieren würden. Weiter gaben wir uns einen Auftrag, definierten das Leitungskonzept, besprachen das Vorgehen in Krisensituationen, erarbeiteten ein Konzept zur Aufnahme von Mitgliedern in die Gemeinschaft, strukturierten die Finanzen, erstellten ein Commitment, etc... Wir fanden heraus, dass wir der Gastfreundschaft besondere Aufmerksamkeit schenken wollen und machten uns Gedanken darüber, wie wir Gäste auch längerfristig aufnehmen könnten. Auch dass wir gemeinsam den Sonntagmorgen mit einem Gottesdienst feiern möchten und dass wir generell mehr Feste abhalten wollen, wurden ins Konzept aufgenommen. Ein Herzensanliegen von uns ist, als Teil der Jungen Kirche Klettgau dienen zu können. Sowohl innerhalb der Gemeinschaft sowie des Verbands JKK, als auch in unserem Dorf.
Warum Kommunität?
Immer öfter während dieser Gründungszeit stellten wir uns die Frage: «Wir sind eine WG- aber nicht nur. Wie nennt sich diese angestrebte Art des Zusammenlebens eigentlich?» Der Begriff «Kommunität» schwebte bald durch unsere Köpfe, und obwohl wir uns nur durch Internetrecherchen und Gespräche etwas darunter vorstellen konnten, einigten wir uns auf ebendiesen Begriff.
Eine Kommunität ist, laut Wikipedia (August, 2025), im Christentum eine geistliche Gemeinschaft mit zumeist klaren Organisationsstrukturen und einer Leitung. Diese Definition deckt sich mit unseren Vorstellungen und Plänen – und so entstand aus der WG eine Kommunität.
Hier ist dabei zu erwähnen, dass wir bisher noch nie als Kommunität gelebt haben und daher auch nicht wissen, was es bedeutet, sich «Kommunität» zu nennen. Für uns heisst es in diesem Moment, Gott zu vertrauen, zu lernen und selbst zu erleben, was dieser Schritt für unsere Gemeinschaft bedeutet.
Liechtig
Diese Gemeinschaft sollte allerdings auch einen Namen haben – nur was für einen? Wir suchten lange und diskutierten diverse Vorschläge, bis wir einen Namen gefunden hatten, der uns allen als passend erschien: Kommunität Liechtig.
«Liechtig», der schweizerdeutsche Begriff für eine Lichtung im Wald, soll das verkörpern, was wir als Kommunität sind. Ein Ort des Wachstums, der Zusammenkunft und der Ruhe, für jede Person erreichbar und einladend. Auch das Wort «Licht» ist in unserem Namen versteckt. An der ersten Gründungssitzung sprachen wir über das Bild eines Hauses, das von innen nach aussen hin strahlt und andere inspiriert – so, wie eine Lichtung im Wald etwas Leuchtendes und Anziehendes hat.
Die Gründung
Obwohl allen zu Beginn des Prozesses bewusst war, dass die folgende Zeit ziemlich arbeitsintensiv werden sollte, waren wir immer überrascht, welche Themen noch auftauchten und was man alles so besprechen kann. Erstaunlich war, wie selten wir unterschiedlicher Meinung waren. Für uns ist es nicht selbstverständlich, dass sich fünf junge Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen über einer Sache so einig sind und dabei bereit sind, darin zu investieren.
Die aufgewendete Zeit hatte sich aber gelohnt. Das Konzept war so weit ausgearbeitet, dass wir an unserem ersten Kommunitätsweekend im Wallis auf das Ende unserer Arbeit anstossen konnten und das Commitment fürs erste Jahr unterschreiben. Auf der Heimfahrt vom Weekend entstand dann noch das passende Logo zum Konzept und letzte Anpassungen wurden gemacht. Und so kam es, dass nach über 30 Arbeitsstunden, unzähligen Umformulierungen und Probeversionen am Freitag, 22. August 2025 drei frisch gedruckte Exemplare unseres sogenannten «Kodex» auf dem Esstisch lagen – bereit für die neugierigen Augen unserer Festgesellschaft.
Es wird gefeiert
Neben der Vorstellung der Kommunität gab es am Gründungsfest die Möglichkeit, das Haus zu erkunden, das reichhaltige Salatbuffet und Grillgut zu geniessen, mit Freunden und Mitgliedern der Liechtig ins Gespräch zu kommen und durch ein Wimmelbild die Bewohner des Chloster 1 von einer neuen Seite kennenzulernen. Das Fest war ein voller Erfolg, im eigens umgestellten Keller wurde getanzt und gefeiert und fleissige Helfer blieben bis spät, um auch noch die letzten Fähnchen und Teller aufzuräumen.
Wir blicken mit Dankbarkeit auf diese intensive und lehrreiche Zeit zurück, die mit dem Sommerfest ihren Höhepunkt erreicht hat, und freuen uns auf die Zeit die vor uns liegt!
